Das Thema Abnehmen ist nicht nur in den Apotheken ein stark nachgefragtes Bedürfnis mit hohem Informationsbedarf und oftmals auch hohem Leidensdruck. Dies ist auch kein Wunder, sind doch die Medien Woche für Woche voll mit Anzeigen, Berichten und Tipps rund um die Traumfigur und alle wollen angeblich das Erfolgsgeheimnis für ein schnelles, gesundes und unkompliziertes Abnehmen für sich entdeckt haben.

Gerade auch durch die sozialen Medien, allen voran Instagram, steigt zunehmend der Druck auf das eigene Wohlbefinden und Selbstwertgefühl. Aber ab wann sprechen wir tatsächlich von Übergewicht und wie kann man dies für sich selber ermitteln?

Für die Einschätzung des Körpergewichts wird eine einfache Formel hinzugezogen, der sogenannte Body-Mass-Index (BMI), der das Körpergewicht in Kilogramm mit der Körpergröße in Metern zum Quadrat ins Verhältnis setzt:

BMI = Kilogramm : Meter 2

Von Normalgewicht sprechen wir bei einem Ergebnis zwischen 18,5 und 24,9. Niedrigere Werte als die Norm sprechen für Untergewicht. Höhere Werte besagen, dass man übergewichtig ist, ab einem Wert von über 30 sogar adipös, also stark übergewichtig.

Der BMI ist auch heute immer noch Stand der Wissenschaft und wird unter anderem bei vielen Krankenkassen zur Bewertung Ihrer Versicherten angewendet, z.B. wenn es um die Auszahlung von Boni geht.

Allerdings steht der BMI heute auch durchaus in der Kritik. Menschen, die sich viel bewegen und sehr regelmäßig Sport betreiben, haben auf Grund Ihrer größeren Muskelmasse oftmals ein höheres Gewicht und erzielen in der BMI-Berechnung Werte, die durchaus im Bereich Übergewicht liegen können. Hier setzt die Kritik zurecht an, denn selbstverständlich können diese Menschen nicht als Übergewichtig bezeichnet werden. Für eine Einstufung dieser Personenkreise ist der BMI somit ungeeignet.

Von Instagram & Co nicht verrückt machen lassen! Leichtes Übergewicht gut für #Gesundheit Klick um zu Tweeten

Zusätzlich zum BMI spielt aber immer auch die Betrachtung der Fettverteilung für die möglichen gesundheitlichen Auswirkungen eine Rolle. Gerade das schädliche innere Bauchfett, welches sich an den Organen anlagert, ist hierbei von Bedeutung. Hiermit korreliert das Risiko für Herzinfarkt, Bluthochdruck sowie Diabetes.

Die eigene Fettverteilung kann jeder mit einem Maßband anhand des Bauchumfanges kontrollieren. Folgende Werte sollten dabei nicht überschritten werden, da man ansonsten von einem erhöhten gesundheitlichen Risiko ausgeht:

  • Männer unter 102 cm Bauchumfang
  • Frauen unter 88cm Bauchumfang

Eine große Übersichtsstudie deutet darauf hin, dass für die gesundheitlichen Auswirkungen ein leicht erhöhter BMI sogar vorteilhaft oder zumindest nicht negativ auszulegen ist. Erst ein BMI von über 30 weist eindeutig negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit aus.

Ich sehe den BMI für die meisten Menschen nach wie vor für eine recht ordentliche Maßeinheit an, um seine eigene Situation grob einschätzen zu können. Am Ende zählt sicher auch immer das eigene Körpergefühl und hier sollte man sich nach Möglichkeit nicht von all den Bildern und Berichten verunsichern und beeinflussen lassen.

Auch in meinen nächsten Blog-Artikeln wird sich alles um das Thema Abnehmen drehen!